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Die Notwendigkeit einen Soldaten weniger auffällig zu machen entstand im 19. Jahrhundert, nach der Entwicklung von Distanzwaffen. In verschiedenen Armeen der Welt begann man zahlreiche Experimente mit dem Gebrauch vom Grün und Grau, also mit den schützenden Farben der Uniform. Während des Ersten Weltkriegs begannen Flotten aus verschiedenen Ländern die sogenannten "blendenden" Tarnmuster anzuwenden, die es schwierig machten, die Entfernung zum Schiff und seinen Kurs zu schätzen, was für die Einstellung von Waffen und Torpedowaffen von entscheidender Bedeutung war.

Schließlich, in den 1990er Jahren, mit der weiten Verbreitung von Nachtsichtgeräten in den Armeen verschiedener Länder, begann die Einführung der digitalen Tarnung. Zu ihrer Besonderheit gehört, dass die Kanten der Flecken keine gekrümmte Linie bilden, sondern ein "Pixel-Gitter"aus kleinen Quadraten, die den Soldaten auch für Nachtsichtgeräte unsichtbar machen. Das heißt, eine "digitalgetarnte" Person oder Technik fällt in den Brillen am Hintergrund der Landschaft nicht auf.

Bei normaler Beleuchtung funktioniert die digitale Tarnung besser, weil sie eher einem Fraktal-Schema ähnelt, das das menschliche Auge (genauer gesagt das Gehirn) als weißes Rauschen interpretiert. Mit anderen Worten, digitale Tarnung sieht weniger "natürlich" aus, so dass sie schlechter die Aufmerksamkeit auf sich zieht.

Das menschliche Auge ist jedoch ein sehr komplexes optisches Instrument, und das Gehirn ist in der Lage, Bilder auch in sehr schwierigen Umgebungen zu unterscheiden. Deswegen ist es praktisch unmöglich, eine einzige universelle Tarnung herzustellen, die in der Lage wäre den Soldaten in allen Situationen zu "verstecken" - im Wald, in den Bergen, in der Wüste, in der Stad, auf dem Feld usw. Man sollte nicht vergessen, dass die Wälder sehr unterschiedlich sein können, und eine Tarnung, die in skandinavischen Wäldern perfekt arbeitet, kann irgendwo in der Wolga-Region praktisch nutzlos sein. Als Folge dessen begannen viele Unternehmen auf der ganzen Welt alle möglichen Arten von digitaler Tarnung zu entwickeln.

Die Camouflage wird auch in Spielen zur Reduzierung der Sichtbarkeit von Personen, Waffen, Ausrüstung, Strukturen durch die Zerstörung der Silhouette verwendet. In "Armored Warfare: Armata Projekt" kann man sich mit Sprühfarbe bewaffnen und seinen Tank mit Dutzende von Tarnungsfarben bemalen (eine nach der anderen), die in drei Gruppen aufgeteilt sind – „digital“, fraktal und mit gestreift.